Danke, Dönermann

Heute - Samstag - sollte es nach Saarbrücken gehen. Gleich mit dem ersten und einzigen Flug um 9.00 Uhr. Pfiffig, wie ich bin ;-), habe ich den Check in schon am Abend vorher online durchgeführt. Das spart morgens etwas Zeit, weil ich direkt zum Security Check und dann zum Gate kann. Da ich Sonntag schon wieder nach Hamburg zurück fliegen werde, habe ich auch kein weiteres Gepäck. Soweit so gut.

Ich mag Puffer. Zeitlichen Puffer.
Abflug um 9.00 Uhr
Gate öffnet um 8.30 Uhr
Keine halbe Stunde dauert die Bahnfahrt bis zum Flughafen
Also 7.30 Uhr am Bahnhof sein, sollte reichen.
Sport darf morgens natürlich auch nicht fehlen...

Schlussendlich bin ich um 5.30 Uhr aufgestanden, habe Tag 5 der 'BodyRock Intermediate Challenge' gemacht (Score folgend an anderer Stelle), in Ruhe gefrühstückt, Sachen gepackt, pünktlich los.

7.37 Uhr sollte die Bahn fahren.
So stehe ich da und warte. Und viele andere auch.
7.40 Uhr ..  7.45 Uhr
Ein Mann ruft per Informationssäule bei der Leitstelle an.
Frau antwortet auf seine Frage, wann denn die nächste Bahn käme:
"krrkkkrrrr Hauptbahnhof...  Krrrkrrkkrrr dauert noch so 30 Minuten"

Aaaaaahhhhh!!

Alles stürmt wieder die Treppe rauf und meine Gedanken rasen "wie jetzt wo am schnellsten?"

Hinter mir der Mann aufgebracht: "voll vertrauen in deutsche Bahn verloren... Immer das gleiche!". 

Ich spreche ihn an:
"Warum so aufgebracht? Es ist doch nicht alles scheiße oder? "

Er guckt mich an und sagt:"Nein Mann aber.. Ich muss nach Ohlsdorf"

"...Und ich zum Flughafen und ich weiß nicht wie" entfährt es mir.

"ich muss Ohlsdorf. Das ist die gleiche Strecke. Ich zeig dir", bietet er mir an.

Welche Wahl habe ich schon? Ich folge ihm.

Ab in die nächste Bahn der U3 bis Hauptbahnhof, dann flugs umgestiegen in die U1 Richtung Ohlsdorf.

"21 Minuten fahren wir. Dann S1. Bist um 8.30 am Flughafen. Du schaffst das. Das passt.", sagt er.

Ich erinnere: 8.30 beginnt das Boarding!

"Ja meinst du?" Ich gucke immer wieder auf die Anzeigetafel und auf meine Uhr.

"Das passt. Kein Problem. Du schaffst das.
Strecke fahr ich immer. Kein Problem."

(an dieser Stelle hat mich das Gespräch sehr an dieses Buch** erinnert.  Gleich an den Anfang, als er der Frau hilft das Flugzeug zu landen)

Er erzählt mir, dass er nachts Döner verkauft. "Gutes Geld. Aber nur betrunkene Leute. Wie kann man im Winter Party machen. Nix für mich. Aber gutes Geld."

Mhm. Ich nicke.

Er bietet mir ein Kaugummi an. "Danke." Ich nehme es und hebe eine Hälfte für später auf.

8.20 Uhr wir fahren in Ohlsdorf ein. Gleiswechsel. Und Bahn Richtung Flughafen fährt in 9 Minuten.

"Du schaffst das. Kein Problem.", sagt er wieder.

Die letzten Warte-Minuten erzählt er mir noch, dass er Medizin studiert hat, aber es sei alles Betrug. "Die wollen uns nur abhängig machen." und fährt fort "Ich frag meinen Arzt immer, ob ich tot bin, wenn ich die Tabletten nicht nehme. Ich nehme sie nur wenn ja. Ich mach mich anders gesund! Mit Gemüse und so! Es ist doch alles da!"

Ich will gerade etwas erwidern ..In dem Moment fährt meine Bahn ein. Verdammt das Gespräch wird gerade interessant! 

"Guten Flug" sagt er und geht Richtung Ausgang.
"Danke nochmals!" Rufe ihm noch hinterher und steige ein.

Puh :-)

In der Bahn treffe ich auf ein Mädchen.
"Wann geht dein Flieger?" Frage ich sie.

"Um 10 Uhr. Ich hoffe, ich schaffe es noch."

"Kein Problem", sage ich.
"Das schaffst du. Wenn ich meinen noch bekomme, dann bekommst du deinen ganz sicher.
Meiner geht um 9."

"Puh ok. Das ist gut.", sie wirkt erleichtert.

"Wohin fliegst du?", frage ich.

"Nach Frankfurt und dann weiter nach Frankreich. Nach Hause. ... Ich studiere in Hamburg."

Ich bin beeindruckt: "Wie dein Deutsch ist richtig gut!
Ich hatte Französisch in der Schule, aber ich weiß so gut wie nichts mehr."

"Danke! Ja das höre ich von vielen Deutschen."
"Ich habe Deutsch gelernt, und wollte nicht dass es einrostet. Da stand für mich fest, dass ich in Deutschland studieren würde."

Recht hat sie!

Da sind wir auch schon am Airport.

Einen guten Flug wünschen wir uns und ich laufe zum Terminal 2.

Rasend schnell geht's durch den Security Check und dann im einem Affenzahn zum Gate. Es ist bereits 8.40 Uhr

Endlich am Gate. Das Boarding hat noch nicht begonnen! Ha!

Alles gut.

Ob ich ohne die Hilfe von dem Mann pünktlich angekommen wäre, wage ich zu bezweifeln.

Danke, Dönermann!
You saved my day.

Cheers!

Hattet ihr ähnliche Erlebnisse?
Teilt sie gerne mit mir in den Kommentaren!

 

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